Emotionales Essen, was bedeutet das eigentlich?

Emotionales Essen, Schokoladenkuchen
Sanija Baimler
22 Nov, 2019

Erkennst du dich in einer der folgenden Situationen wieder?

Wie äußert sich emotionales Essen im Alltag?

Du kommst von der Arbeit nach Hause und das erste was du tust, ist der Weg zum Kühlschrank? Wenn du einen Film im Fernsehen schaust, kannst du gar nicht anders als zu Chips oder Schokolade greifen? Du bist bei Freunden eingeladen, die Stimmung ist nett und das Essen macht gleich viel mehr Freude, so dass du mehr isst, als dir eigentlich lieb wäre?

Es gibt viele Gründe, innere sowie äußere Faktoren, aus denen wir zum Essen greifen. Doch nur ein Grund sollte ausschlaggebend sein: der Hunger. Eigentlich ist es sehr einfach, esse nur, wenn du hungrig bist. Doch warum fällt es den meisten Menschen so schwer “nein” zum Essen zu sagen. Stattdessen nutzen wir das Essen als eine Art Ablenkung, um Stimmung anzuheben oder ein anderes Gefühl zu bekommen und eben nicht nur um satt zu werden.

Emotionales Essen bedeutet zum einen, essen obwohl man eigentlich keinen Hunger hat, um andere Gelüste zu stillen. Zum anderen kann man sagen, dass es schlichtweg Gewohnheiten sind, die wir uns über Jahre angeeignet haben.

Emotionales Essen als Gewohnheit

Wir haben in der Vergangenheit unterschiedliche Reize erfahren und diese mit dem Essen gekoppelt. Beispielsweise wurden wir mit einem Eis getröstet, wenn wir als Kind hingefallen sind. Es wurde einem beigebracht unbedingt seinen Teller leer zu essen, sonst würde es schlechtes Wetter geben. Wir fühlen uns demnach schlecht, wenn wir nicht aufessen. Aus Langeweile trinken wir gern einen Kaffee oder essen eine Kleinigkeit, um eben beschäftigt zu sein.

All das sind Gewohnheiten, die wir schon über Jahre ausführen. Diese laufen absolut unbewusst ab. Sie sind an gewisse Reize, Trigger oder Auslöser gebunden. Wenn bestimmte Reize im Alltag aufkommen, greifen wir unbewusst und aus dem Effekt zum Essen.

In unserem Gehirn gibt es für jede Gewohnheit eine Nervenbahn. Man kann sich diese wie einen Trampelpfad vorstellen. Je öfter wir eine Gewohnheit ausüben, umso mehr festigt sich der Trampelpfad und wird quasi zu einer Autobahn.

Gewohnheiten sind demnach Wiederholungen von Handlungen, die an bestimmte Trigger geknüpft sind.

Das Schöne ist, wir können alte Gewohnheiten durchbrechen. Wir können sie mit neuen Gewohnheiten überschreiben. Am Anfang ist es etwas schwierig, doch mit der Zeit wird es immer leichter. Es braucht eben etwas Zeit, bis aus einem neuen Trampelweg eine Autobahn wird.

Wie kann ich eine neue Gewohnheit etablieren?

  1. Mache dir zunächst bewusst, welche Gewohnheiten du hast, die du verändern möchtest.
  2. Beobachte an welche Auslöser, diese bestimmten Handlungen geknüpft sind. Mache dir also bewusst, was sonst unbewusst passiert.
  3. Erst dann kannst du dein Verhalten regulieren, statt es unbewusst ablaufen zu lassen.
  4. Überlege dir eine neue, zielführende Handlung, die du ab jetzt integrieren möchtest.
  5. Wenn der Auslöser kommt, kannst du den neuen Weg einschlagen und die zuvor überlegte Handlung ausführen.

So bildest du einen neuen Trampelpfad.

Was hier so einfach klingt, ist eine der größten Herausforderungen. Im Rahmen meines Coachings zeige ich dir, wie du eine Gewohnheit Schritt für Schritt in dein Leben einbaust. Melde dich noch heute bei mir, wenn auch du emotionales Essen in den Griff bekommen möchtest.

 

Emotionales Essen als Schutzstrategie

 

Emotionales Essen kann aber auch noch eine tiefere Komponente haben. Essen wird in dem Fall als eine Schutzstrategie und Ablenkung genutzt, um bestimmte Gefühle zu verdrängen.

Gefühle, die für dich unangenehm sind und die du im jeweiligen Moment verdrängen möchtest. Das bedeutet, dass du zum Essen greifst ohne einen Einfluss von äußeren Faktoren, sondern weil du von innen heraus, eine Ablenkung suchst für unangenehme Gefühle.

Unangenehme Gefühle wie Angst, Trauer, Einsamkeit, Unzufriedenheit, Unlust, Scham, Stress usw. Aber auch solche Momente, in denen du nicht, du selbst sein konntest. Situationen in denen du nicht zu dir gestanden hast und somit nicht authentisch warst. Wenn du dich nicht getraut hast “nein” zu sagen oder auch “ja” zu sagen.

Vielleicht kennst du solche Situationen, wie du kommst nach der Arbeit nach Hause, es war ein stressiger Tag. Zu dem hat dich ein Arbeitskollege erneut gefragt, ob du eine Aufgabe für ihn erledigen würdest. Und obwohl du selbst genug zu tun hast, hast du dennoch ja gesagt. Und jetzt fühlst du dich sehr gestresst und unausgeglichen, vielleicht sogar genervt. Zur Entspannung gönnst du dir heute einen Stück Kuchen, einen Moment nur für dich.

 

Woran erkenne ich emotionales Essen noch?

 

Emotionales Essen erkennst du hauptsächlich daran, wenn du zum Essen greifst ohne einen körperlichen Hunger zu spüren. Wenn du gar nicht aufhören kannst zu essen. Wenn du Essen dazu nutzt, um dich besser zu fühlen.

Meistens dient dazu ein ganz bestimmtes Lebensmittel, wie eine Tafel Schokolade oder eine andere Süßigkeit. Der Wunsch nach dem bestimmten Lebensmittel kommt sehr spontan und muss sofort gestillt werden.

Zudem genießt du das Essen oft gar nicht richtig. Sehr oft schlingst du es hastig runter und isst es vielleicht heimlich. Aber vor allem schämst dich im Nachgang. Das Schamgefühl dem vermeintlich schlechten Lebensmittel nicht widerstanden zu haben und ein Gefühl undiszipliniert zu sein und versagt zu haben.

Nicht selten kommen darauf die Gedanken, sich besser zügeln zu wollen und erneut mit dem Abnehmen zu beginnen.

 

Emotionales Essen überwinden – wie geht das?

 

Du kannst emotionalem Essen entkommen. Es muss nicht Bestandteil deines Lebens sein. Was schon immer so war, muss nicht für immer so bleiben. So wie du die alten Gewohnheiten erschaffen hast, kannst du diese positiv verändern. Die Entscheidung liegt bei dir, wie du dein Leben führen und gestalten möchtest.

Im nächsten Schritt kannst du lernen, deine Bedürfnisse besser wahrzunehmen und zu stillen. Deine Gefühle auch die Unangenehmen, möchten dir etwas mitteilen. Durch Achtsamkeit und Reflektion kannst du dir bewusst machen, welches Bedürfnis du gerade hast. Anstelle dabei zum Essen zu greifen, kannst du dir neue Strategien entwickeln und Handlungen überlegen, die deutlich besser dein Bedürfnis stillen.

Das Essen dient nur der Ablenkung, aber niemals der wahren Befriedigung deiner Emotionen. Das Essen ist nur dann eine Lösung, wenn das Problem Hunger lautet.

Magst du eine Begleitung mit der es um ein vielfaches leichter wird, schneller geht und wo dich jemand mit viel Gefühl an der Hand nimmt? Dann komme gerne auf ein kostenfreies Erstgespräch zu mir.

Wie äußert sich bei dir emotionales Essen? In welchen Situationen greifst du zum Essen? Teile mir deine Erfahrungen mit und schreibe in die Kommentare. Ich freue mich von dir zu hören.

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