8 Glaubenssätze, die emotionales Essen fördern

Glaubenssätze, die emotionales Essen fördern

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Sanija Baimler
Sanija Baimler

Veröffentlicht am

12 Jun, 2020

Ich war schon immer dick und deswegen werde ich es für immer bleiben. Das ist ein Glaubenssatz und du bist fest davon überzeugt, dass er wahr ist. Dein Unterbewusstsein ist stets auf deiner Seite und unterstützt dich bei diesem Gedanken.
Wenn du dir jedoch nichts sehnlicher wünschst als endlich dauerhaft abzunehmen, ist es an der Zeit diesen Satz loszulassen. Wie das geht, erfährst du in diesem Artikel. 

Entstehung und Wirkung von Glaubenssätzen

Viele deiner Glaubenssätze, also tief verankerte Überzeugungen, sind in der Kindheit entstanden. Du hast deiner Außenwelt absolut vertraut und hast viele Sätze und Glaubensmuster deines Umfeldes ungefiltert übernommen. Es war wichtig für dein Überleben.  

Die Wirkung dieser Glaubenssätze ist enorm. Sie sind in deinem Unterbewusstsein gespeichert und beeinflussen stark dein Leben im positiven wie im negativen Sinne. Denn sie wirken sich auf dein Denken, Handeln und Fühlen aus. 

In einem weiteren Artikel “Positives Selbstbild erleichtert dir das Abnehmen” gehe ich vor allem auf die Bestätigungstendenz des Gehirns und die Macht deiner Gedanken ein.

Die Aufdeckung hinderlicher Glaubenssätze in Bezug auf dein Leben und hier speziell auf die Ernährung kann dir helfen, unbeschwertes Essverhalten zu entwickeln und emotionales Essen zu überwinden. 

Andernfalls steuern sie dich unbewusst und sabotieren deine Fortschritte. Denn wenn dein Innerstes weiterhin denkt, es sei zu dick und habe Schlanksein nicht verdient, wirst du trotz Bemühungen immer wieder in alte Muster zurückfallen. Du wirst dein Wunschgewicht nicht halten können, weil dein Körper dich weiterhin zum Zunehmen verführt. 

An diesem Punkt brauchst du jedoch nicht zu verzweifeln, denn 

Was schon immer so war, muss nicht für immer so bleiben.

Du kannst alle auch so tiefsitzende Glaubensmuster aufdecken und auflösen. Dank Neuroplastizität (besitzt unser Gehirn die Fähigkeit die Nervenzellen zu verändern) kann sich unsere Gehirnstruktur verändern. In jedem Alter. Bist du also bereit limitierende Glaubenssätze hinter dir zu lassen und dein Leben selbstbestimmt zu führen? Dann lies weiter.

Glaubenssätze aufdecken und auflösen

Glaubenssätze sind wie eine Zwiebel. Wenn du dich diesem Thema widmest, wirst du sie Schicht für Schicht aufdecken können und dir wird einiges über dein Verhalten bewusst. 

Das Erkennen deiner Glaubensmuster ist der erste Schritt zur möglichen Veränderung.

Im Folgenden stelle ich dir 8 Glaubenssätze vor, die dich daran hindern deine Essgewohnheiten dauerhaft zu verändern. Lasse sie los um nicht weiter mit einer angezogenen Handbremse deinem Wunschgewicht hinterher zu jagen.

8 Glaubenssätze, die dich stören intuitiv zu essen

Bitte überprüfe beim Lesen, bei welchem Satz du besonders stark reagierst. Welche davon lassen dich kalt?

1. Ich muss meinen Teller leer essen

Diesen Satz haben wir oft in der Kindheit gehört. Mit diesem harmlosen Satz gehen jedoch starke Schuldgefühle einher. Denn welches Kind möchte schon für ein schlechtes Wetter verantwortlich sein. 

Mache dir bewusst, dass nur dir persönlich schlecht geht, wenn du über deine Sättigung hinaus isst. Du fühlst dich unangenehm voll, träge und müde. Im schlimmsten Fall hast du Bauchschmerzen und dir ist übel. Zudem verlernst du dabei auf deine Sättigung zu hören. 

Dein Wohlergehen darf überwiegen. Außerdem kannst du das liegengebliebene Essen auch zu einem späteren Zeitpunkt aufessen. 

2. Kohlenhydrate sind böse

Das ist eines der vielen Beispiele der Unterteilung von Lebensmitteln in gut und böse, gesund und ungesund. Dieses Verhalten kennst du aus deiner Diätzeit und es ist alles Andere als förderlich in Bezug auf intuitive und emotionale Essen.  

In diesem Satz schlummern Verbote und Verzicht und somit Regeln, die du befolgst oder nicht. Es folgt eine Bewertung deines Handelns und bei deinem Unterbewusstsein kommt folgendes an:

  • ich bin gut, wenn ich den Plan eingehalten habe
  • ich bin schlecht, wenn ich den Plan nicht eingehalten habe
  • dieses Lebensmittel ist verboten, ich habe es nicht verdient

Erlaube dir alles zu essen, worauf du Lust hast. Wähle dein Essen vermehrt aus deinem Bauchgefühl heraus und weniger mit dem Kopf. Vertraue hierbei deinen Körpersignalen, dein Körper meint es immer gut mit dir. 

3. Wenn ich alles essen darf, nehme ich zu!

Das ist ein verbreiteter Irrglaube. Womöglich bist du daran gewöhnt, dir Lebensmittel zu verbieten, um Kontrolle über dein Gewicht zu haben. Du denkst, wenn du plötzlich alles essen darfst, wirst du nur noch alles bis dato Verbotene in dich hinein atmen und zwangsläufig zunehmen. 

Was anstelle dessen passieren wird ist, dass deine Lust auf verbotene Lebensmittel vergeht. Der Reiz des Verbotenen liegt nicht mehr in der Luft. Du kannst jederzeit alles haben, was du möchtest. Dieser Ansatz erlaubt dir herauszufinden, was möchte ich und was täte mir gut. Statt, was darf ich und was nicht. Deine innere Weisheit erwacht und du verspürst die Lust auf unterschiedliches Essen. In den meisten Fällen wird es die gesunde Variante sein.

4. Mein Tag ist zu stressig, ich schaffe es nicht!

Vor diesem Problem stehen viele. Was ich jedoch aus diesem Satz herauslese ist, dass alles Andere wichtiger erscheint, als dein Wohlergehen. 

Deine Prioritäten sind so gelegt, dass du dir nicht die Zeit nimmst auf dich zu achten. 

Besonders in stressigen Zeiten braucht dein Körper mehr Entspannung und vollwertige Nahrung, um bestmöglich für dich zu funktionieren. Erst wenn es dir gut geht, erbringst du die Leistung, die du dir wünschst. Mache dich selbst zu deiner obersten Priorität.

5. Ich bin zu schwach und undiszipliniert.

Wenn du so von dir denkst, dann wird es allerhöchste Zeit einen Zettel und Stift auszupacken und dir deine Errungenschaften zu notieren. Ich wette mit dir, da gibt es einiges zu erwähnen, was du bereits in deinem Leben gemeistert hast. Sei richtig großzügig mit dir.

Sollte es in Bezug auf dein Wunschgewicht noch nicht geklappt haben, so kann ich dich beruhigen, es war nicht deine Schuld. Ja du hast richtig gehört, denn Diäten sind bewiesener Maßen zum Scheitern verurteilt. Dabei kämpfst du jeden Tag gegen dich selbst und deine Gefühle an. Das kann auf Dauer nicht gut gehen. 

Statt einer Kontrollliste, darüber was du alles nicht essen darfst, erstelle dir eine Happy-eat-Liste. Notiere, was dir gut schmeckt und welche Gerichte du noch ausprobieren möchtest. So hast du die Vielfalt dir gut schmeckender Lebensmitteln im Kopf und kannst dich darauf freuen. 

6. Ich darf das gute Essen nicht liegen lassen.

Doch du darfst. Das Essen ist nur so lange gut für dich, wie du noch hungrig bist. Alles über deine Sättigung hinaus tut deinem Körper nicht gut. 

Alles Weitere, was an diese Aussage geknüpft ist, lässt sich anders regeln. 

  • Bedanke dich beim Koch, Mama, Freundin, Mann für eine ausgezeichnete Mahlzeit, die mit viel Liebe zubereitet wurde. 
  • Halte dir vor Augen, dass egal wieviel du isst, einpacken oder wegwerfen lässt, es in keinster weise ein Zusammenhang zu der Hungersnot auf der Welt besteht. 
  • Mache dir auch bewusst, dass diese leckere Mahlzeit nicht einmalig ist. Du darfst sie dir jederzeit erneut zubereiten oder bestellen. 

7. Erst wenn ich abgenommen habe, werde ich geliebt.

Mit diesem Glaubenssatz wirst du dein Ziel nie erreichen. Denn der Weg, mehr Liebe zu empfangen geht über die Entwicklung, sich selbst lieben zu lernen. Das hat mit einer Gewichtsabnahme nichts zu tun. 

Im Gegenteil erlebe ich viele Menschen, die erfolgreich abgenommen haben, sich weiterhin unglücklich fühlen und meinen noch mehr abnehmen zu müssen. 

Überprüfe es selbst. Wie viele Menschen kennst du, auf die dieser Satz zutrifft?
Überprüfe auch, ob du nicht bereits jetzt schon geliebt wirst, auch ohne abnehmen zu müssen?

8. Ich war schon immer dick, es ist wohl genetisch bedingt.

Ja, diesen Satz kenne ich auch zu gut und habe ihn selbst ganz lange geglaubt. 

Mein Dozent für innere Medizin hat mal einst in der Vorlesung gesagt: ”Akzeptieren Sie, was Sie sind und arbeiten Sie daran”. Das war für mich ein erster Denkanstoß dazu, dass ich die Umstände meiner Vergangenheit nicht hinnehmen muss. Ich habe die Wahl heute daran etwas zu verändern. Es liegt also in meiner Kraft die Gegenwart und die Zukunft zu gestalten. Erlaube dir schlank sein zu dürfen.

Fazit

Du kannst hinderliche Glaubensmuster aufdecken und auf den Wahrheitsgehalt überprüfen. Das was dir bewusst ist, kannst du verändern. Zudem ermöglichst du es dir, dich von damit verbundenen Emotionen zu befreien. Ohne diese Blockaden fällt es dir leichter, neue zielführende Gewohnheiten zu integrieren. Ein Leben nach deinen Vorstellungen zu gestalten. 

Sind dir noch weitere Glaubenssätze in Bezug auf das Essen bekannt? Wie hast du geschafft sie aufzulösen?

Lasse dich von weiteren Beiträgen inspirieren

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