Selbstliebe vs. Egoismus

Selbstliebe in Form einer liebevollen Umarmung
Sanija Baimler
12 Mrz, 2020

“Ich liebe mich!” – Wie leicht geht dir dieser Satz über die Lippen? Fühlst du dich wohl, während du vorm Spiegel stehst und diesen Satz laut aussprichst? Oder bereitet es dir Unbehagen und du verspürst einen Widerstand in dir? Diese kleine Übung zeigt dir direkt, wie es um deine Selbstliebe steht. 

Selbstliebe ist sehr wichtig für ein erfülltes Leben. Und doch gelingt es nicht jedem sich anzunehmen und liebevoll mit sich umzugehen. Grund hierfür ist unter anderem, dass Selbstliebe mit Egoismus verwechselt wird. Und wir wollen auf keinen Fall egoistisch sein, denn so ein Verhalten wird von anderen abgelehnt. 

In diesem Artikel zeige ich dir den Unterschied zwischen Selbstliebe und Egoismus und vor allem, wie du dich wieder selbst lieben lernst. Damit heilst du deine Wunden, führst ein erfülltes Leben und befreist dich von emotionalem Essen. 

Unterschied zwischen Selbstliebe und Egoismus

Selbstliebe hat nur etwas mit einem selbst zu tun. Kein anderer kann dir das geben, was du dir innerlich wünschst und brauchst. Dafür bist nur du selbst verantwortlich. Selbstliebe hat weniger mit Romantik zu tun, vielmehr geht es dabei um Selbstannahme, Selbstfürsorge und Selbstwertschätzung. 

SelbstannahmeSich selbst annehmen, so wie du bist. Mit all deinen Schwächen und Stärken, ohne dich dabei zu bewerten. Du brauchst dabei nichts tun, weder besonders gut in etwas sein, noch irgendetwas leisten müssen. Du bist gut, so wie du bist und dein Dasein reicht vollkommen aus. Selbstannahme ist kein Stillstand und du darfst etwas an dir verändern, wenn du es möchtest. Hierbei geht es darum, sich selbst und seine Fehler nicht weiter zu verleugnen und sich dafür abzulehnen. Es geht darum das wahrzunehmen und darauf aufbauend, dein Leben so zu gestalten, wie du es führen möchtest, ohne Selbstsabotage und Vergleiche.  

SelbstfürsorgeZu wissen wer du bist und was du dir im Herzen wünschst ist ein großer Schritt, dich mit dir selbst zu verbinden. Wenn du dir deiner selbst bewusst bist, kannst dich gut um dich kümmern. Du nimmst besser wahr, wann du müde bist und entsprechend eine Pause oder Schlaf brauchst. Du honorierst deinen Hunger und nimmst Essen zu dir, welches dir gut schmeckt und bekömmlich ist. Du entfernst dich Menschen, die dir nicht gut tun und deine Energie rauben. Du nimmst deine Bedürfnisse wahr und weißt genau, was dir gut oder nicht gut tut und handelst entsprechend. 

Selbstwertschätzung: Welchen Wert gibst du dir? Behandelst du dich, wie einen Schatz? Denn genau darum geht es bei Selbstliebe. Um das Wahrnehmen und Eingehen auf eigene Bedürfnisse sowie einen liebevollen Umgang mit sich pflegen. Du bist der wichtigste Mensch in deinem Leben. Danach hast du auch die Energie, dich um andere zu kümmern. dann kannst du dich um andere kümmern. Nehme hierzu das Beispiel aus dem Flugzeug. Bevor du anderen helfen kannst, sollst du zuerst dir selbst helfen und die Atemmaske anlegen. Erst danach deinem Nachbar oder Nachbarin.

Zusammenfassend trägst du die Verantwortung für dein persönliches Wohlbefinden und die Erfüllung deiner Wünsche. Nur du kannst wissen, was du wünschst und brauchst. Das kann kein anderer für dich. Es von anderen zu erwarten und damit die Verantwortung abgeben – das ist egoistisch.

Egoismus macht abhängig. Selbstliebe macht frei.

Egoismus beginnt dort, wo du du anfängst von anderen zu erwarten, dass sie sich um dich kümmern. Dafür Sorge tragen, dass es dir gut geht. Damit bist du automatisch abhängig von der Meinung anderer und deren Reaktion. Wenn du die Liebe und die Zuneigung im Außen nicht bekommst, die du dir im Inneren so sehr wünschst, wird Leid erzeugt. Es macht dich traurig. 

Egoistische Menschen sind sich ihrer selbst nicht bewusst. Sie kümmern sich nicht wirklich um sich selbst und um ihre Gesundheit. Sie wollen vor anderen gut dastehen, deswegen ist ihnen der Erfolg, die Beachtung und Anerkennung im Außen am wichtigsten. Sie sind hart zu sich selbst und sehen meist nur das, was nicht gut läuft. Sie haben ständig das Gefühl zu kurz zu kommen. Aufgrund der Angst verletzt und verurteilt zu werden, neigen sie dazu andere zu verletzen und wirken arrogant. Sie haben das Gefühl perfekt sein zu müssen und verstecken ihre Unsicherheit. Weil sie sich selbst nicht für liebenswert halten, können sie nicht liebevoll mit anderen umgehen. Ihnen sind die Gefühle anderer egal, weil ihnen die eigenen Gefühle egal sind.

Ohne Selbstliebe keine Nächstenliebe

Du kannst nicht geben, was du nicht hast. Erst wenn du dich gut behandelst und dich um die Erfüllung deiner Bedürfnisse kümmerst, hast du die Möglichkeit anderen Gutes zu tun. Wenn du jedoch deine Wünsche ignorierst und beispielsweise ja zu etwas oder jemandem sagst, obwohl du keine Lust und Energie hast, dann verleugnest du dich in diesem Moment. Du tust dann etwas aus Pflichtgefühl. Du opferst dich auf und erwartest dafür unbewusst eine Gegenleistung, wie Liebe, Anerkennung oder Dankbarkeit.

„Sobald ihr unfähig seid, euch selbst zu lieben, seid ihr nicht mehr in der Lage, andere zu lieben. Das ist eine absolute Wahrheit, es gibt keine Ausnahmen.“ – Osho

Du darfst auf dich achten und dich fragen: Habe ich gerade Zeit und Energie zu helfen? Und wenn nicht, dann darfst du es sagen. Wenn du es ehrlich aussprichst und den Grund dafür nennst, wird dein Gegenüber Verständnis zeigen. Du bist nur dann hilfreich, wenn du echt bist. Wenn du es nicht tust, verleugnest du dich selbst. 

Wenn du im Umkehrschluss erst ja sagst, wenn du es möchtest, dann hilfst du ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Du gibst von ganzem Herzen. Bist dankbar und erfüllt. 

Zweiter positiver Aspekt dabei ist, dass wenn du deinem Umfeld  vorlebst, dass Selbstachtung und die eigenen Wünsche sehr wichtig sind, dann lernen auch sie, mehr auf sich zu achten. Ihr begegnet euch mit Ehrlichkeit, könnt auf die Wünsche des anderen eingehen, die zuvor verborgen blieben. Keiner kommt in die Versuchung irgendwen zufrieden stellen zu müssen.

Selbstliebe lernen – 8 Schritte

Selbstliebe ist jederzeit erlernbar. Es braucht deine Entscheidung und Übung, Übung, Übung, um sich neue Verhaltensweisen und Fähigkeiten anzueignen. Diese 8 Schritte zeigen dir, wie du dich mit dir verbindest und dich selbst lieben lernst.

  1. Verzeih dir selbst und vergebe dir. Sabotiere dich nicht weiter für Vergangenes und lasse los.
  2. Sei öfter stolz auf dich und lobe dich. Fange ruhig mit Kleinigkeiten an. 
  3. Gehe mitfühlend mit dir um und behandle dich selbst wie deine/n beste/n Freund/in.
  4. Schalte den Kritiker aus und nehme dich so an, wie du bist. Habe Geduld mit dir und übe Nachsicht, ohne Druck und Vergleiche.
  5. Höre auf deinen Körper und deine Gefühle, damit nimmst du am besten deine Bedürfnisse wahr. 
  6. Finde heraus, was dich glücklich macht. Nehme dir Zeit für die Erfüllung deiner Wünsche.
  7. Lerne nein zu sagen und dabei auf dich zu achten. Du hast ein Recht nein zu sagen.
  8. Sei öfter in dem Moment, im Hier und Jetzt. Denn Glück ist ein Zustand und er findet immer im Jetzt statt. Beende die Sorgen um die Zukunft, welches nur Stress erzeugt.

Selbstliebe und emotionales Essen

Grund für emotionales Essen liegt hauptsächlich in der mangelnden Selbstliebe, also der Missachtung eigener Bedürfnisse und dem Gefühl des Mangels. Dieser innerer Kampf sorgt für emotionale Spannung und äußert sich im Essen. 

Selbstliebe ist viel mehr als sich nur positive Gedanken zu machen. Selbstsabotage ist nicht förderlich, damit solltest du definitiv aufhören. Doch wahre Heilung bedeutet, sich auch seinen Schmerzen zu widmen und in die Gefühlswelt einzutauchen, um zu erfahren wie es in einem wirklich zugeht. 

Wir sind alle als liebevolle Wesen zur Welt gekommen. Sind in den ersten Jahren ins offene Messer gelaufen und wurden verletzt. Uns wurden massive Schuldgefühle vermittelt, wenn wir unseren Bedürfnissen nachgehen wollten. In so einem Fall bleibt ein Teil unserer Persönlichkeit auf dieser Entwicklungsstufe stehen und wartet darauf, erlöst zu werden.

Jeder hat seine Verletzung aus der Kindheit. Du hast Erfahrungen gemacht, die schmerzen, die du nicht erneut erleben möchtest und dich deshalb verschlossen hast. Das ist eine normale Schutzfunktion des Gehirns. Erlebnisse eingehend mit einer starken Emotion werden besonders gut abspeichert. Es ist dein Überlebensinstinkt, welcher die gespeicherten Erfahrungen abruft und dich vor erneuten Schmerz schützen möchte. Deswegen meidest du Situationen, die mal schmerzhaft waren. Das Essen dient hierbei als eine besonders gute Ablenkung zur Vermeidung von negativen Gefühlen.

Heute bist du erwachsen und kannst diese Erfahrungen überschreiben und neu erleben. Du kannst heute für dich einstehen. Das weinende Kind von damals trösten und beschützen. Der Schmerz von damals ist durch das Verdrängen nicht zu Ende gefühlt worden und kann deshalb nicht gehen. Er klebt noch an dir. Eine Heilung erfolgt durch emotionale Begleitung und das überschreiben dieser Erfahrung. Wenn du dich von alten Emotionen befreien und endlich ein selbstbestimmtes Leben führen willst, dann komme auf einen virtuellen Kaffee zum Erstgespräch zu mir. Ich zeige dir den Weg, dich nicht weiter von deiner Vergangenheit bestimmen zu lassen. Löse dich von den Fesseln und führe ein Leben in Leichtigkeit und Genuss.  

Welcher Anteil in dir ist verletzt und wünscht sich deine Aufmerksamkeit? 

In welchen Momenten, hast du die Liebe und Zuneigung nicht bekommen, die du dir so sehr gewünscht hast? Dieses kleine Wesen wünscht sich wieder von dir angenommen, gesehen und geliebt zu werden.  

Der wahre Wunsch und die Sehnsucht liegt darin, dass du geliebt werden willst und zwar so, wie du bist. Du musst nichts weiter tun. Du musst keine Leistung erbringen. Du musst nicht besonders sein. Du bist wundervoll und zwar genau so wie du bist. Dein Dasein reicht völlig aus. Eine schrittweise Heilung geschieht in kleinen Schritten. Wahre Liebe und tiefe Verbundenheit bedeutet auch deine Schwächen anzunehmen und dich dafür nicht zu bewerten. Liebe bewertet nicht. Liebe ist mitfühlend, umarmend und vergebend. Liebe nimmt an, was ist. Fange an dich selbst zu liebe, du hast es verdient. 

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